Gegenseitige Schuldzuweisungen im E10 Chaos

Der neue Biosprit E10 sorgt für immer mehr Ärger, für immer mehr Verwirrung und ganz besonders für Schuldzuweisungen jeglicher Art. Während die Autofahrer den Kraftstoff zum größten Teil boykottieren, sind sich Bundesregierung, Mineralölwirtschaft und Autobauer einig: Die anderen sind an diesem Chaos schuld, jeder ist an dem Informationschaos schuld, nur nicht man selbst. Es gleicht schon einem kleinen Schmierentheater, was die Einführung des Kraftstoffs und der Umgang miteinander angeht. Fast schon wie man es von Deutschland gewohnt ist, wird nur geredet, geredet und nochmals geredet und der Autofahrer? Nun, der darf die Reden in den Nachrichten verfolgen und dann?

Wie es dann weitergeht, wird der Autofahrer abermals aus den Nachrichten erfahren, denn der von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) einberufene Benzin-Gipfel soll Klarheit bringen. Eine Klarheit, die wohl ziemlich spät kommen wird, wenn sie dann überhaupt kommt. Und was bei diesem Benzin-Gipfel herauskommt, ist alles andere, nur nicht gewiss. Da tauschen sich die Vertreter von Mineralölbranche, Politik und Autobauer aus und reden miteinander. Vielleicht reden sie zum ersten mal miteinander und das auch nur, weil der neue Kraftstoff E10 in den Tanks der Tankstellen bleibt und kaum ein Autofahrer diesen neuen Kraftstoff tanken möchte.

Von Schäden für den Motor über Leistungsdrosselung bis hin zum Umweltschutz ist von allem die Rede. Was genau dieser Kraftstoff aber nun wirklich macht und ob er wirklich so sinnig ist, das scheint den Autofahrer kaum zu interessieren. Die Verunsicherung ist zu groß, zu sehr scheinen die Autofahrer Angst zu haben, die Testobjekte für Bundesregierung und Mineralölwirtschaft zu sein. Und so bleibt nur zu hoffen, dass der Benzin-Gipfel neben klugen Reden besonders eins bringt: Aufklärung. Was erwartet den Autofahrer bei diesem Kraftstoff und wie kann sichergestellt werden, dass der Motor keinen Schaden nimmt? Genau diese Antworten wollen Autofahrer haben und genau auf diese Antworten sollten sich alle Beteiligten konzentrieren und vielleicht bei der nächsten Einführung von neuem Kraftstoff einen Benzin-Gipfel vor der Einführung ins Leben rufen und nicht erst wenn das Kind schon ziemlich weit in den Brunnen gefallen ist.